Implantate

Zahnärztliche Implantologie ist ein modernes Teilgebiet der Zahnheilkunde. Dank ihr können wir dem Patienten alternative Methoden der prothetischen Behandlung anbieten.

 

Was ist ein Zahnimplantat?

Zahnimplantate sind Titanschrauben, deren Größe individualisiert an die klinischen Bedingungen angepasst wird und die nach der Einsetzung ins Knochengewebe und Anbringung von verbindenden Elementen als Pfeiler für künftigen Zahnersatz, d. h. Kronen, Brücken und herausnehmbare Prothesen fungieren. Wir setzen seit vielen Jahren auf bewährte zweiteilige Implantate von MIS sowie Straumann.
Wir sind überzeugt, dass die Zahnimplantate in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden, daher legen wir einen großen Wert auf diesen Bereich der Zahnheilkunde.

Wann verwenden wir Zahnimplantate?

Implantate können wir in jeder Situation einsetzen, und zwar unabhängig davon, ob ein oder alle Zähne fehlen.

Eine einzelne prothetische Krone beim Fehlen eines Zahns. Eine optimale Lösung, wenn die der Lücke benachbarten Zähne gesund sind.

Prothetische Brücke bei drei fehlenden Zähnen. Unser Ziel ist es, das Beschleifen von Nachbarzähnen zu vermeiden.

In unsere Praxis kommen auch Patienten mit s. g. Freiendsituation (der letzte hintere Zahn im Ober- oder Unterkiefer fehlt), bei der wir eine festsitzende Brücke nicht einsetzen können. Als Ersatz für fehlende Zähne können wir dem Patienten anstelle der herausnehmbaren Prothese eine auf mehreren Implantaten verankerte Brücke anbieten.

Herausnehmbare Prothese bei Zahnlosigkeit. Das Einsetzen von vier Implantaten und deren Verbindung mit der Prothese über ein System von Locator-Verbindungselementen. Retention und Stabilität eines solchen Ersatzes ist weitaus besser als die der Totalprothese ohne Implantate. Herausnehmbare Prothesen können wir auf Implantaten auch mit Hilfe anderer Verbindungselemente verankern. In unserer Praxis werden meistens Teleskopkronen eingesetzt. Die Konstruktion des Zahnersatzes hängt von der Anzahl der Implantate und deren Positionen ab. Vier optimal positionierte Implantate erlauben die Verankerung der oberen Prothese ohne Gaumenplatte. Es verbessert sich der Geschmackssinn, der Brechreflex ist maximal eingeschränkt.

Brückenversorgung bei Zahnlosigkeit, Brücke auf sechs Implantaten verschraubt.
Zur Verankerung einer festsitzenden Brücke verwenden wir mindestens sechs Implantate mit optimaler Größe, die über den Kieferknochen gleichmäßig verteilt sein sollen. Die Brücke wird mit Zement festgeklebt oder über ein System von Verbindungselementen auf Implantaten verschraubt.


Zu wenig verfügbares Knochengewebe kann den Einsatz von Implantaten mit optimaler Größe unmöglich machen. Wir sind aber im Stande, dies mit zwei Methoden auszugleichen. Die erste Lösung besteht in der Steigerung der Anzahl der Implantate von acht auf zehn, wodurch sich insgesamt die Fläche der Fixierung der Titanschrauben im Kieferknochen vergrößert. Beim zweiten Verfahren handelt es sich um die Rekonstruktion des Knochengewebes.

Zur Verbesserung der Bedingungen im Knochengewebe setzen wir folgende chirurgische Eingriffe ein:


  • gesteuerte Knochenregeneration (GBR),
  • Kieferkammspaltung,
  • Sinusbodenelevation,
  • Augumentation mit autogenen Knochenblöcken.

Diese Eingriffe setzen wir auch überall dort ein, wo ein unzureichendes Knochenangebot die Verankerung des Implantats unmöglich macht. Sie ändern grundsätzlich nichts am therapeutischen Verfahren, aber die Zeit der Behandlung wird länger und Kosten höher.

Zahnimplantate und deren Vorteile:

  • Sie verbessern die Stabilität herausnehmbarer Prothesen,
  • ermöglichen die Verankerung der Prothese ohne Gaumenplatte,
  • ermöglichen den Austausch einer herausnehmbaren Prothese gegen eine festsitzende Brücke,
  • ermöglichen die Anfertigung einer festsitzenden prothetischen Versorgung ohne Beschleifen der gesunden, der Lücke benachbarten Zähne,
  • ihr Vorhandensein begünstigt die Erhaltung von Knochengewebe an der Implantationsstelle,
  • sie bewirken eine mehr physiologische Belastung von Gewebe,
  • erhöhen in jeder Situation den Nutzungskomfort von Zahnersatz.

Phasen der implantatprothetischen Behandlung

  1. Beim ersten Besuch untersuchen wir den Patienten und machen standardmäßig ein Orthopantomogramm. Im Zweifelsfall lassen wir manchmal ein Computertomogramm anfertigen, wobei der Patient eine Einweisung für die o. g. Untersuchung erhält. Wir beurteilen die Knochenbedingungen auf den Einsatz von Implantaten und entscheiden dann, ob wir die Knochensubstanz zusätzlich wiederaufbauen müssen. Im Extremfall sind wir gezwungen, den Eingriff beim Patienten auszuschließen. Einen großen Wert legen wir auf die Planung, da davon der volle Erfolg der Behandlung abhängt.
  2. Wir besprechen mit dem Patienten den Heilplan und legen ihm den Kostenvoranschlag vor.
  3. Beim nächsten Besuch, nach der Unterzeichnung der Einwilligung in den Eingriff setzen wir die Implantate beim Patienten ein (in unserer Praxis ist dafür ein erfahrener Chirurg, Dr. med. Robert Kowalczyk – Chefarzt in der Klinik für Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirurgie der Pommerschen Medizinischen Universität zuständig). Der Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie und ist absolut schmerzfrei. Aus unseren Erfahrungen geht hervor, dass die Patienten oft besorgt auf die Implantation warten, um nach dem Eingriff festzustellen, dass ihre Angst unbegründet war. Die Implantate werden im Knochen verankert und mit Zahnfleisch bedeckt. Nach abgeschlossenem Eingriff erhält der Patient postoperative Verordnungen sowie notwendige Rezepte für ein Antibiotikum, Analgetika und eine antientzündliche Mundspülung. Die Reaktion des Körpers auf den chirurgischen Eingriff ist immer individuell. Gleich nach dem Eingriff können ein leichtes Unbehagen und auch Schwellung vorkommen, die aber nach einigen Tagen abklingt. Aus diesem Grund sollen Sie einige von den täglichen Pflichten freie Tage einplanen. Nach der Implantation nutzt der Patient seine bisherige Prothese oder wir fertigen bei Bedarf einen temporären Zahnersatz.
  4. Nach zwei Wochen sind Fäden zu ziehen. Wir kontrollieren in dieser Phase den Fortschritt der Heilung. Der Fadenzug ist ein einfacher Eingriff, deshalb lassen wir die Möglichkeit zu, dass er im Falle von auswärtigen Patienten außerhalb unserer Praxis erfolgt.
  5. Es tritt die Phase der Einheilung (Osseointegration) ein, deren Dauer individuell ist und zwei bis zwölf Monate beträgt. Die Einheilung hängt von der Beschaffenheit der Knochensubstanz (deren Dichte), der Position der Implantate (Ober- oder Unterkiefer), Vornahme zusätzlicher Eingriffe zum Wiederaufbau des Knochens ab.
  6. Beim nächsten Termin legen wir die Implantate frei und setzen die Einheilungsschrauben ein, dank denen wir die Form von Zahnfleisch modellieren können. Wir nehmen auch den Abdruck, anhand dessen der Techniker für uns einen individualisierten Abdrucklöffel anfertigt.
  7. Nach zwei Wochen beginnen wir die Phase der prothetischen Behandlung. Mit dem Löffel und der Masse Impregnum nehmen wir einen präzisen Abdruck und schicken diesen ins Labor.
  8. Der Zeitpunkt der Anfertigung des kompletten Aufsatzes hängt von der Art der Prothese ab:
    prothetische Krone: meistens ein Besuch,
    Brücke zum Ersatz von 3-4 fehlenden Zähnen: meistens zwei Besuche,
    erweiterte Brücke: meistens drei Besuche,
    herausnehmbare Prothese: meistens drei bis vier Besuche, je nach eingesetzten Elementen, die Implantate mit der Prothese verbinden.

Die weiteren prothetischen Phasen sind notwendig, weil wir die Übereinstimmung der Bedingungen im Mund des Patienten mit den Bedingungen des Gipsmodells, mit dessen Hilfe der Techniker die Prothese fertigt, laufend beurteilen. Wir überprüfen die Dichtigkeit der Prothese, bestätigen die Relationen zwischen dem oberen und unteren Zahnbogen, beurteilen ästhetische Aspekte. Dank der Einhaltung der einzelnen Phasen sind wir sicher, dass wir als endgültiges Ergebnis unserer Arbeit einen einwandfreien Zahnersatz von höchster Qualität anbieten. Abstände zwischen den einzelnen Terminen betragen in der Regel einige Tage. Bei den auswärtigen Patienten, für welche die für die Behandlung zu reservierende Zeit besonders wichtig ist, reduzieren wir die Anzahl von Terminen auf ein Minimum, ohne jedoch die schlechtere Leistungsqualität in Kauf zu nehmen.