Wie sieht zahnärztliche Behandlung der deutschen Patienten in Polen aus?

Die deutsche Krankenversicherung wird auch in Polen anerkannt. Dies bedeutet, dass die deutschen Bürger eine Rückerstattung der Kosten ihrer Behandlung im Ausland erhalten, wenn sie entsprechende formelle Anforderungen erfüllen. Zahnärztliche Praxen in Polen locken die Patienten aus dem Ausland, die, von hoher Leistungsqualität und geringeren Kosten begeistert, auch gerne zurückkommen, um weiterhin in der bewährten Praxis betreut zu werden.

Warum ist zahnärztliche Behandlung im Ausland günstiger als in Deutschland?

Die deutschen Krankenkassen kommen für die Kosten zahnärztlicher Behandlung unter den exakt bestimmten Bedingungen auf. Je nach dem Zustand des Gebisses wird von der Kasse ein konkreter Zahnersatz in Form von Krone, Brücke und Prothese im Rahmen der so genannten Regelversorgung bewilligt. Jedem Zahnersatz ist ein durch die Kasse vorgegebener Betrag, der so genannte Festzuschuss, zugeordnet. Somit kommt die Kasse im Rahmen der Regelversorgung nur für den als notwendig angesehenen Zahnersatz auf, die Kosten einer über die Standardversorgung hinausgehenden Behandlung können mit dem Festzuschuss nicht gedeckt werden. Die Regelversorgung umfasst nur solche standardmäßigen Behandlungsverfahren wie Vollgusskronen im Oberkiefer ab Zahn fünf bis Zahn fünf, im Unterkiefer ab Zahn vier bis Zahn vier mit Veneers auf den labialen Zahnflächen, fest zementierte Metallbrücken mit Veneers (wie oben beschrieben) beim Verlust von maximal drei Nachbarzähnen, herausnehmbare Modellgussprothesen mit äußeren Metallklammern, Totalprothesen aus Polymethylmethacrylat, provisorischen Übergangsersatz. Beim Verlust von mehr als vier Zähnen wird die Versorgung mit einer herausnehmbaren Prothese bewilligt, Implantate werden durch die Kassen nicht erstattet.

Alle zahnärztlichen Praxen in Deutschland erstellen einen Heil- und Kostenplan mit Hilfe von Software. Dieser Kostenvoranschlag wird dann bei der jeweiligen Krankenkasse eingereicht, die auf dessen Grundlage den zustehenden Festzuschuss errechnet. Da dieses Verfahren den Praxen in Polen vertraut ist, erstellen sie für den Patienten den Kostenvoranschlag nach den gleichen Standards. Der errechnete Betrag des Festzuschusses wird sowohl im Falle der Behandlung in Deutschland als auch im Falle der Behandlung in Polen identisch sein. Beim Planen der prothetischen Behandlung stellt es sich gewöhnlich heraus, dass der jeweilige Patient mit einem funktionell und ästhetisch besseren Zahnersatz versorgt werden könnte als dem Ersatz, für den die Krankenkasse im Rahmen der Regelversorgung aufzukommen bereit ist. Der Patient müsste dann aber die daraus entstehenden zusätzlichen Kosten, den so genannten Eigenanteil, tragen. In Deutschland sind die Kosten der vollen Behandlung deutlich höher, was sich aus dem unterschiedlichen Wert des Eigenanteils ergibt.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die Gesamtkosten der prothetischen Behandlung aus zwei Teilen zusammensetzen: dem im Rahmen der Regelversorgung durch die Krankenkasse bewilligten Festzuschuss und dem Eigenanteil, der als zusätzliche Kosten der jeweiligen Leistung aufzufassen ist. Die Patienten, die eine Behandlung in Polen wählen, erhalten zwar immer den gleichen Festzuschuss wie in Deutschland, alles in allem bezahlen sie aber weniger, weil ihr Eigenanteil in Polen im Vergleich zu dem in Deutschland viel geringer ausfällt.

Die gesetzlichen Krankenkassen rechnen die übrigen zahnärztlichen Leistungen aus dem Bereich konservative Zahnheilkunde, Chirurgie oder Parodontisbehandlung anders ab als die prothetischen Leistungen. In diesem Fall ist der Heil- und Kostenplan nicht erforderlich und die Rückerstattung von Kosten erfolgt aufgrund der eingereichten Rechnungen nach Abschluss der Behandlung. Der Zuschuss macht in der Regel 60 bis 80 Prozent der Gesamtkosten einer in Polen durchgeführten Behandlung aus.

Etwas anders verhält es sich mit der Abrechnung der Kosten durch die privaten Krankenkassen. Diese tragen einen prozentual errechneten Anteil an Gesamtkosten der Behandlung, wobei der so ermittelte Zuschuss für alle zahnärztlichen Leistungen gezahlt wird, auch für hochqualitative Versorgung, d.h. implantatprothetische Behandlung, Vollkeramik-Kronen und Behandlung unter Mikroskop. Nach dem deutschen Recht ist die unterschiedliche Bewertung der gleichen Leistung durch den Zahnarzt zulässig und dies macht die in Polen angebotenen Preise für zahnärztliche Behandlung noch attraktiver.

Garantie niedriger Preise für zahnärztliche Behandlung im Ausland. Wie kann das objektiv festgestellt werden?

Dem in einer deutschen Kasse versicherten Patienten, der sich für eine Behandlung im Ausland entscheidet, stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung.

Im ersten Fall kann der Patient den vom deutschen Zahnarzt erhaltenen Heil- und Kostenplan per E-Mail, Post oder Fax an die ausländische Praxis senden, wo das im Umgang mit den deutschen Patienten erfahrene Personal den Kostenvoranschlag angemessen auswertet und auch feststellt, welches konkrete Behandlungsverfahren nach dem jeweiligen Heilplan angezeigt ist. Nach einer solchen Auswertung erfolgt die Ermittlung der Kosten der Leistung anhand der eigenen Preisliste. Zum Schluss erhält der Patient konkrete Informationen zu den veranschlagten Kosten, ohne dass er eigene Zeit und eigenes Geld für den Besuch im Ausland aufzuwenden hat. Ein etwas anders gelagerter Fall liegt vor, wenn man auf die Konsultation des deutschen Zahnarztes bezüglich eigener Behandlung verzichtet, aber bereits über eine Röntgenaufnahme des Gebisses (Orthopantomogramm) verfügt. Diese Aufnahme kann man an die jeweilige Praxis senden und – wie oben beschrieben – notwendige Informationen zum Behandlungsumfang und potentiellen Kosten erhalten.

Wenn es um den zweiten Weg geht, meldet sich der Patient persönlich in der ausländischen Praxis, die die Behandlung durchführen soll. Jeder Zahnarzt wird dann aufgrund eigener Erfahrung und medizinischen Wissens über das prothetische Verfahren beim jeweiligen Patienten entscheiden.

Wie erfolgt die Abrechnung mit einer deutschen Krankenkasse?

Da deutsche Krankenkassen einen professionellen Kostenvoranschlag verlangen, der im Falle prothetischer Behandlung standardmäßig in jeder Praxis in Deutschland erstellt wird, sollen polnische zahnärztliche Praxen, die Patienten aus Deutschland betreuen, einschlägige Erfahrung haben.

Die deutsche Versicherung deckt die Behandlungskosten dann, wenn ein professionell erstellter Kostenplan in deutscher Sprache folgende Informationen enthält: Patientendaten, Wohnadresse, Geburtsdatum, Nummer der Kasse und Nummer der Versicherung. Im Dokument sind zusätzlich Informationen zum aktuellen Zustand des Gebisses a, d.h. der Befund, sowie auch die Informationen zur geplanten prothetischen Behandlung anzugeben. Im Kostenplan müssen auch die geplanten Kosten unter separater Angabe des Zahnarzthonorars und der Laborkosten berücksichtigt werden. Im Kostenplan für eine gesetzliche Krankenkasse ist die Regelversorgung zu beschreiben und der geplante Festzuschuss zu kodieren. Private Krankenkassen verlangen in der Regel ausführlichere Angaben in der Dokumentation.

Vergessen Sie nicht, die Rechnung einzureichen.

Die Patienten, die Erstattung der Kosten beantragen, reichen nach abgeschlossener Behandlung bei ihrer Kasse auch eine detaillierte Rechnung ein, in der die durchgeführte Behandlung und Bezahlung ihrer Kosten bestätigt werden. Die Rechnung wird in deutscher Sprache erstellt und soll mit dem zuvor ausgestellten Kostenplan übereinstimmen. Der privat versicherte Patient hat neben den standardmäßigen Rechnungen auch eine detaillierte Kostenliste des Labors vorzulegen.

Die deutschen Versicherer wissen Prophylaxe zu schätzen.

Die deutschen Patienten, die ihr Gebiss regelmäßig untersuchen und behandeln lassen, können auf einen zusätzlichen Erstattungsbetrag rechnen, der bis zu 30 Prozent des durch die Kasse ermittelten Festzuschusses zur jeweiligen Leistung ausmachen kann. Deshalb lohnen sich jährliche Untersuchungen beim Zahnarzt und deren lückenloser Nachweis im so genannten Bonusheft. Das Bonusheft wird beim Beantragen des Zuschusses dem Heil- und Kostenplan beigelegt.